Ein offener Brief an junge JournalistInnen in Österreich

Hello,

ich bin Jonathan, 46-jähriger Brite, Wiener seit 11 Jahren, ehemaliger Guardian-, Zeit-, Presse- und Standard-Abonnent, (gerade) noch Falter- und Economist-Abonnent.

Ich bin unwahrscheinlich frustriert über die Situation des Journalismus in Österreich. Die Fixierung auf Konflikt, Angst, Hass und Streit ermüdet. Besonders das Framing durch die Politiker (brauche ich nicht einmal gendern) besorgt mich.

Aber mein Hauptproblem ist, dass unsere Wahrnehmung sich weiter und weiter von der Realität entfernt.

Ipsos bestätigt, wie falsch diese Wahrnehmung ist (tja, leider nicht direkt für Österreich, aber wir können uns einig sein, dass die Ergebnisse nicht gravierend anders wären).

Hans Rosling zeigte uns, wie es der Welt geht. Seine Gapminder Foundation setzt seine Arbeit fort. Das Buch Factfulness gehört in allen Redaktionsbüros.

Ulrik Haagerup zeigt mit seinem Constructive Institute, wie Journalismus funktionieren kann. Andere wunderbare Einrichtungen kümmern sich um Constructive Journalism, Solutions Journalism usw.

Ich will aber nicht immer „Good news“ hören. Ich will eine realistische Darstellung meine Welt bekommen.

Daher meine Fragen:

  • Wie siehst du das?
  • Was wünscht du dir?
  • Wie siehst du die Zukunft deiner Branche?
  • Was kannst du mir verkaufen? Ich habe Geld(!), da ich fast keine Abos mehr habe.

Und zum Schluss eine Bitte. Mach den Ignorance-Test bei Gapminder (gibt’s auf Deutsch) und poste deine Ergebnisse an deine Follower.

Danke.

Viel Erfolg weiterhin!

Jonathan 

PS: Kommentare gerne direkt hier oder auf Twitter


Jonathan Irons, taken by Julia Wesely

Wer ist das? Hier ist eine Einleitung. Hier ist ein grantiger Blogeintrag über Journalismus, einer über Factfulness, und einer über Constructive Journalism